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Wichtige Unterschrift und Dokumentensammlung

Mongolei/Ulan Bator — 01.08.2011

Am Morgen verlässt Tanja unsere Wohnung um mit Tagi und Ulzii zu der Behörde in U.B. zu gehen die uns die notwendige Arbeitsgenehmigung ausstellen soll. Leider stellt sich heraus, dass Tagi noch nicht das passende Papier dabei hat. Saraa gab es am Freitag einem befreundeten Flugbegleiter mit der es Tagi hätte aushändigen sollen. Leider hat Tagi diesen Flugbegleiter nicht gefunden. Da er seine Handynummer nicht wusste konnte er ihn auch nicht anrufen. „Und, was machen wir jetzt?“, möchte Tanja wissen. Tagi und Ulzii beraten für einen kurzen Augenblick und entscheiden sich einen Freund anzurufen der ein Auto besitzt. „Wir fahren zu dem Flugbegleiter nachhause und holen das Dokument ab. Du kannst ja so lange hier warten. Wenn wir die Papiere haben gehen wir wieder gemeinsam zur Behörde“, schlägt Tagi vor. Eine Stunde später haben sie es tatsächlich geschafft das wichtige Dokument mit der Unterschrift des Provinzgouverneurs von Khövsgöl von dem Flugbegleiter zu bekommen und reichen die nun lückenlose Dokumentensammlung ein. Erneut muss Tanja für jeden von uns 17.000,- Tugrik (9,50- €) bezahlen. Wenn man bedenkt, dass der Durchschnittsmongole 6.250,- Tugrik (3,50- €) am Tag verdient ist das ein kleines Vermögen. „Sie können ihre Arbeitsgenehmigung am Freitag den 05.08. abholen“, erklärt ihr ein Beamter. „Oh, das ist zu spät. Geht das nicht etwas früher“, bittet Tanja weil wir mit der Arbeitsgenehmigung wieder zur Einwanderungsbehörde müssen um unser Arbeitsvisum zu bekommen. „Okay, dann kommen sie bitte am Donnerstag den 04. August vorbei“, kommt ihr der Beamte entgegen.

Saraas Geschenk!

Am Nachmittag geben wir Ulzii Tanjas Teddybären, mit dem sie als Kind gespielt hat, eines unserer Handys und einen Laptop. Alles Geschenke für Saraa die wir für sie als Dankeschön mitgebracht haben. Ulzii wird sie dem Flugbegleiter mitgeben, der sie dann zur Stadt Mörön mitnimmt wo Saraa Zuhause ist.

Für uns war die Beschaffung und der Transport dieser Geschenke eine bald unlösbare Aufgabe. Am Freitag, drei Tage vor unserem Flug in die Mongolei, hatte uns Saraa eine Email geschrieben und darum gebeten ihr einen guten und robusten Computer zu besorgen. „Ich werde ihn natürlich bezahlen. Wichtig ist, dass es ein guter Computer ist und nicht in China produziert wurde“, war ihr besonderes Anliegen.

In unserem gewaltigen Vorbereitungsstress war das ein Wunsch der in der kurzen Zeit nicht mehr erfüllbar war. Trotzdem hat Tanja alles stehen und liegen lassen und sich ans Telefon gesetzt, um einige unserer Freunde anzurufen. Mit Erfolg. Nadja, Tanjas Jugendfreundin und Walkingpartnerin war bereit ihren alten Laptop abzugeben. Leider war dieser kaputt. Ein unangenehmer Virus hat sich ins System gefressen und ihn völlig unbrauchbar gemacht. „Was machen wir jetzt?“, hat Tanja etwas verzweifelt gefragt. „Wir rufen unseren Techniker Thomas an. Der kann das Ding bestimmt reparieren. Thomas hat sich sofort bereit erklärt um den Rechner kostenfrei zu reparieren und ihn uns am Sonntagnachmittag zu bringen.

Tatsächlich ist Thomas, mit dem sich während der letzten fünf Monate der Produktion unserer Urvölkershows, ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt hat, vorbeigekommen um den Laptop zu bringen. „Also ich habe das Teil repariert. Er funktioniert jetzt wieder recht gut. Leider ist er aber schon zehn Jahre alt und die Betriebsprogramme von heute funktionieren darauf nicht mehr. Auch ist der Arbeitsspeicher viel zu klein. Damit wird Saraa nicht mal in der Mongolei Freude haben. Das Ding kannst du nur in den Müll werfen. Es ist absolut unbrauchbar“, erklärte er. Tanja und ich sahen uns enttäuscht an. Zu gerne hätten wir Saraa etwas mitgebracht um ihr eine Freude bereiten zu können. Sie hat es als einzige geschafft innerhalb der letzten acht Monate sich durch den Behördenwahn zu arbeiten um uns in die Mongolei einzuladen. Und jetzt bringen wir ihr einen Laptop mit der völlig veraltet ist. „Schade“, meinte Tanja. „Ja, in der Tat schade. Wir hätten etwas mehr Zeit gebraucht“, fügte ich noch hinzu. Thomas sieht uns grinsend an worauf ich mir noch denke dass sein Gesichtsausdruck so gar nicht zu der eben erwähnten Tatsache passt. „Tja, gute Taschen haben einen doppelten Boden“, meint er und dreht seine Laptoptasche, aus der er gerade das Teil von Nadja geholt hat, um und öffnet einen weiteren Reißverschluss. „Das hier ist ein richtig guter Laptop“, sagt er und zaubert einen zweiten Rechner aus dem ominösen doppelten Boden. „Der ist modern, funktionsfähig und alle neuen Betriebsprogramme laufen darauf ohne Probleme. Das ist mein Geschenk an Saraa. Denis hat mir während der Produktion der Urvölkershows in den letzten Monaten soviel mit meinen privaten Problemen geholfen, dass ich das niemals mehr vergessen werde. Sagt Saraa einen schönen Gruß von mir. Ich freue mich sehr wenn ich dir Tanja und vor allem dir Denis mit dem Laptop eine kleine Freude bereiten kann“, erklärt er noch immer grinsend. Tanja und ich sehen uns verblüfft an. Damit hätten wir nie im Traum gerechnet. Wir sind von dem Geschenk so gerührt, dass uns beiden augenblicklich die Tränen in die Augen schießen. „Thomas, das ist ein fantastisches Geschenk. Damit tust du wirklich Gutes. Ich bin sprachlos und werde dieses Geschenk ebenfalls nie mehr vergessen. Tausend Dank“, sage ich und umarme ihn zum ersten Mal seit wir uns kennen.

Als wir jetzt unsere Mitbringsel Ulzii übergeben sind sie für uns zu einem emotionalen Schatz gereift. „Pass bitte gut auf dem Laptop auf“, bitte ich ihn. Er ist weit gereist und Saraa braucht ihn dringend weil ihr alter Computer ständig kaputt ist“, sage ich. „Ja, ich achte darauf“, entgegnet Ulzii.

Am späten Nachmittag telefonieren wir mit Saraa. „Wir haben jetzt Ulzii ein Handy, einen Teddybären für deinen Sohn und ein Laptop mitgegeben. Du brauchst uns nichts zu bezahlen. Es sind Geschenke die wir dir vom Herzen geben und uns damit bei dir noch mal für deine großartige Leistung und Durchhaltewillen bedanken. „Oh, vielen Dank Tanja und Denis. Das ist fantastisch“, freut sie sich. Dann unterhalten wir uns noch über unser Winterquartier bei den Zataans. „Ich habe noch zwei Jurten die ich euch gerne verkaufen kann“, bietet Saraa uns an. „Da wir die Jurten nach unserer Überwinterung nicht mehr gebrauchen können einigen wir uns sie für 200,- US$ zu mieten. „Somit hast du Geld und kannst sie später immer noch an jemanden weiterverkaufen“, schlage ich vor. Saraa ist damit einverstanden worauf wir ihr 50 US$ als Anzahlung überweisen.

Die Live-Berichterstattung wird unterstützt durch die Firmen:
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Satellitentelefon Explorer 300 und das Duragbook der Fa. Gesat sind die Stützsäulen der Übertragung aus der Steppe.