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Fahrtkosten plötzlich mehr als doppelt so hoch

Mongolei/Tsagaan Nuur Camp — 21.12.2011

Wie versprochen kommen Shagai und Dalai uns besuchen, um über den Ablauf und die Organisation der Fahrt in die Taiga zu sprechen. „Und? Habt ihr Jadesteine gefunden?“, frage ich. Ja. Einen ganz großen Block. Der bringt uns ca. 20.000.000 Millionen Tugrik. (11.428 €) Wir werden ihn bei nächster Gelegenheit aus der Taiga mit einem Allradlastwagen holen“, sagt er stolz. „20 Millionen? Das ist ja ein Vermögen“, antworte ich erstaunt. „Ist es. Aber wir müssen ihn unter 18 Männern aufteilen. „Nun, dann hat jeder von euch noch immer 1,1 Million“, (628,- €) rechne ich aus. „Ja“, antwortet er lachend.

Nach dem üblichen um das Heißenbreigerede, einer Tasse Tee und ein paar Keksen kommen wir auf das eigentliche Thema des Besuches. „Also ich brauche zwei Helfer und da es früh dunkel wird müssen wir für den Transport eurer Jurte und dem Holen des Holzes zwei Tage einkalkulieren“, übersetzt Dalai die Worte ihres Mannes. „Zwei zusätzliche Männer?“, frage ich nach einer längeren Denkpause. „Ja, es ist viel Arbeit“, antwortet Shagai selbstsicher. Mein Blick streift Tanjas Augen. Die kurze Verständigung reicht um uns einig zu sein, dass uns Shagai hier glatt abzocken möchte. „Äh, Shagai?“ „Ja?“ „Der Abbau einer Jurte dauert nicht länger als eine Stunde. Warum benötigst du dafür zwei Männer?“ „Es ist nicht für die Jurte sondern für das Holzholen“, antwortet er. Da wir ihm aber schon 60.000 Tugrik (34,- €) für das Holz bezahlt haben und diese Summe im Regelfall dass Schlagen und den Transport beinhaltet, wundern wir uns. Trotzdem müssen wir achtsam sein diesen Mann, in dessen Jurte wir leben, nicht zu verärgern. Nach einer weiteren Pause des Schweigens sage ich; „Nun gut, deine Männer bekommen das normale Gehalt von 6.000 Tugrik (3,50 €) pro Tag und Person.“ „Sie verrichten die gleiche Arbeit wie ich. Also sollten sie auch das Gleiche bekommen. Das heißt 8.500 Turgrik (5,- €) pro Person“, lässt er über Dalai antworten worauf ich erstmal sprachlos bin.

Plötzlich stürmt Jock wie üblich in die Jurte. Auch er möchte das gleiche Tagesgehalt und ebenfalls zwei Männer mitnehmen. Das würde bedeuten wir müssten sechs Männer zwei Tage lang ein Gehalt bezahlen. „Was soll denn die Fahrt kosten?“, frage ich Jock obwohl der Preis schon vor Wochen mit Ayush auf 70.000 Tugrik (40,- €) fixiert wurde. „80 Liter plus unsere Gehälter“, sagt er trocken ohne uns anzusehen. „80 Liter für 60 Kilometer? Dein Truck schluckt ja wie ein Düsenjet. Was kosten denn 80 Liter?“, möchte ich wissen. Der Liter kostet 1.662 Tugrik. (0,95 €) Alles zusammen 133.000 Tugrik (75,- €)“, hören wir. Ich habe nicht mal die Zeit um nach Luft zu schnappen als er wie üblich aufspringt und wortlos aus der Jurte stürmt. „Er möchte 167.000 Tugrik? Wir hatten mit Ayush doch 70.000 Tugrik ausgemacht. Das ist weit mehr als das Doppelte. Das zahlen wir nie“, sage ich verärgert. Wie so oft geht es also ums Geld. Und wie so oft halten sich die Mongolen nicht an die ausgemachte Vereinbahrung. „Also will uns nicht nur Shagai über den Tisch ziehen sondern jetzt auch Ayush. Sie wissen, dass wir von ihnen abhängig sind und nutzen die Situation schamlos aus“, meint Tanja über das ewige Hickhack um Geld enttäuscht. Um unsere schlechte Stimmung nicht zu zeigen machen wir gute Miene zum bösen Spiel.

„Ah du hast eine eigene Motorsäge?“, sagt Shagai auf meine Kettensäge deutend die auf einer Aluminiumkiste liegt. „Ja“, antworte ich kurz. „Kannst du damit umgehen?“ „Ja, kann ich.“ „Dann brauchst du keine Hilfe beim Holzmachen?“, fragt er mit einer Stimme in der bei konzentriertem Hinhören eine leichte Enttäuschung mitschwingt. „Nein, das Feuerholz mache ich selbst“, antworte ich froh darüber den Umgang mit der Säge geübt zu haben.

Bevor unsere beiden Besucher gehen vereinbaren wir mit ihnen unseren Aufbruch für den 23. Dezember. „Ich werde dir die Zeit unseres Aufbruchs mitteilen“, sage ich zu Shagai. „Ich bin pünktlich da“, antwortet er

Indes rechnen wir unser Geld zusammen. „Wird langsam knapp“, sage ich. „Konnte ja keiner damit rechnen dass wir mehr als doppelt soviel benötigen als kalkuliert“, antwortet Tanja. „Ist echt ein Problem das sich der nächste Geldautomat 300 Kilometer von hier entfernt befindet“, grüble ich laut denkend. „Na es wird schon ausreichen. Wir müssen unbedingt mit Ayush verhandeln. Er kann doch nicht einfach so den Preis mehr als verdoppeln“, antwortet Tanja. „Hm, der alte Kauz ist stur. Denke wenn er einen Preis nennt und diesen dann erhöht bleibt er dabei. Er hat uns in der Hand. Das weiß der alte Fuchs ganz genau“, schlussfolgere ich.

Am Abend rufen wir Tsaya an, um sie über den Stand der Dinge zu informieren. „Oh bringt bitte nicht so viele Menschen mit. Wir stehen doch nicht herum wenn ihr ankommt. Womit ich meine, dass wir euch gerne helfen. Es reicht völlig aus wenn ihr jedem der Tuwa der euch hilft ein Stück Seil für die Rentiere mitbringt. Darüber freuen sie sich“, sagt sie.

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Satellitentelefon Explorer 300 und das Durabook der Fa. Gesat sind die Stützsäulen der Übertragung aus der Steppe.