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Wie kommt die Ausrüstung und Nahrung nach Tsagaan Nuur?

Mongolei/Mörön Camp — 15.10.2011 - 16.10.2011

Eigentlich wollten wir morgen aufbrechen. Da wir aber noch immer nicht die gesamten Lebensmittel für ca. acht Monate zusammenhaben, Kleinigkeiten auf dem Markt zu besorgen sind und wir vor allem noch nicht wissen wie unsere gesamte Ausrüstung die 300 Kilometer von Mörön nach Tasagaan Nuur kommen soll, müssen wir noch hier bleiben. Saraa meint wir brauchen eventuell zwei Busse. „Wir könnten mit unserem eigenen Allradbus eure Sachen transportieren. Dann wären wir auch sicher dass alles dort ankommt wo ihr es haben wollt. Mein Mann Gonschig würde Urlaub nehmen und selber fahren. Allerdings brauchen wir ein weiteres Fahrzeug. Alles passt nicht in unseren Minibus. Wenn wir meine Jurte, die ihr gemietet habt, von hier mitnehmt, brauchen wir einen Lastwagen“, erklärt sie. „Einen Lastwagen? Was kostet ein LKW von hier nach Tsagaan Nuur und zurück?“, frage ich. „Wegen den schlechten Pisten und eventuell zu erwartenden Schneefall, den vielen Flussüberquerungen und Pässen, ist ein russischer Lastwagen von Nöten. Die schaffen das Gelände. Der schluckt allerdings mindestens 50 Liter auf 100 Km.“ „Das wären hin und zurück mindestens 300 Liter Treibstoff. Bei einem Literpreis von ca. 1.800 Tugrik (1,028 €) wären das 540.000 Tugrik (309,-€) nur Sprit. Dazu kommt noch die Miete des Lastwagens und der Fahrer?“ „Ja. Der Fahrer wird 50.000 Tugrik (29,-) am Tag nehmen. Insgesamt müssen wir zwei Tage hin und zwei Tage zurück kalkulieren. Das bedeutet weitere 200.000 Tugrik (114,- €) plus die Miete des Lastwagens. Ich denke alles in allem seit ihr mit einer Million Tugrik (571,- €) dabei. Ihr dürft aber nicht vergessen dass im kommenden Jahr alles wieder zurück muss. Also sind die Kosten doppelt zu nehmen“, rechnet Saraa zusammen. „Puhh, das wird ja immer teurer. Gibt es eine Alternative?“ „Ich besitze noch eine Jurte die bei meinem Cousin Ayush in Tsagaan Nuur eingelagert ist. Ich werde mich erkundigen ob sie in Ordnung ist oder was man reparieren muss. Wenn ihr die nehmt und auf ihre Wintertauglichkeit vertraut, können wir auf den Lastwagen verzichten“, überlegt sie. „Was heißt wintertauglich?“ „Wir brauchen mindestens zwei Filzaußenmatten zur Wärmedämmung. Drei wären noch besser. Außerdem müsste, soweit ich weiß, ein Holzboden in meine Jurte eingearbeitet werden. Ohne ist es zu kalt. Den Holzboden lasse ich anfertigen. Da braucht ihr euch keine Gedanken zu machen. Das wird mein Tsataan Freund Shagai bestimmt übernehmen. Bis ihr dort seid hat er das geschafft. Wenn Ayush die Jurte als tauglich empfindet und der Boden drin ist könntet ihr sie nehmen.“

Ein paar Stunden später ist die Situation etwas übersichtlicher. Laut Aussage ihres Cousin hat Saraa den Zustand ihrer Jurte herausgefunden. Sie ist offensichtlich in gutem Zustand und mit zwei Filzaußenmatten für eine Überwinterung in der Osttaiga der Mongolei tauglich. Shagai ist tatsächlich bereit für 80.000 Tugrik (46,- €) den Holzboden einzubauen. Damit hat sich das Transportproblem der Jurte von Mörön nach Tsagaan Nuur erledigt. Was wiederum heißt, wir benötigen keinen teuren Lastwagen, sondern nur ein bis zwei Allradminibusse. Bei weiterer Kostenklärung erfahren wir den Preis eines russischen Allradminibusses. Ca. 400.000 (229,- €) bis 500.000 286,- €) Tugrik. Also nahezu das Gleiche wie ein russischer Lastwagen. Tanja und ich verbringen enorm viel Zeit mit Gesprächen und Verhandlungen. Bisher wird die Expedition immer teurer und wenn wir nicht darauf achten frisst sie unangenehme Löcher in unser knappes Budget.

Bilgee hat unterdes einen Taxifahrer getroffen dessen Bruder einen russischen Minibus besitzt. Am nächsten Morgen taucht er bei uns auf. Nach langem Verhandeln einigen wir uns auf 350.000 Tugrik (200,- €). Da Tanja und ich glauben unsere gesamte Ausrüstung, plus Jurteneinrichtung und Lebensmittel in einen Bus schlichten zu können, vereinbaren wir ein Probepacken. Der Fahrer ist einverstanden und möchte morgen um 14:00 Uhr mit seinem Minibus vorbeikommen.

Am Abend, als Bilgee wieder mit den Pferden draußen ist, gehen die Gespräche mit Saraa weiter. „Habt ihr mit Bilgee die Kosten geklärt, wenn er über den Winter die Pferde für euch versorgt?“ „Nein, darüber sprachen wir noch nicht konkret. Bisher ist er sich nicht sicher ob er die Pferde von Tsagaan Nuur nach Erdenet bringt oder nur bis Mörön. Das möchte er entscheiden wenn wir in Tsagaan Nuur sind. Denke er macht das vom Wetter abhängig“, antworte ich. „Nun, es macht Sinn wenn er sich bald und hier entscheidet. Sollte er die Pferde nicht bis nach Erdenet reiten, müssen sie ja hier unterkommen. In diesem Fall sollte ich mit dem Gefängnisdirektor über die Konditionen sprechen. Es kostet nur zusätzliche Mühe alles mit dem Major auszuhandeln wenn die Pferde am Ende doch nach Erdenet geritten werden.“ „Da hast du Recht. Wenn Bilgee heute Abend von der Weide zurückkommt werden wir uns mit ihm darüber unterhalten“, schlägt Tanja vor. „Und vergesst nicht sein Gehalt zu erwähnen. Ich habe irgendwie das Gefühl er könnte glauben von euch über die gesamten sieben Monate weiter mit vollem Lohn bezahlt zu werden.“ „Na das wäre ein teures Pferdehüten. Dafür könnten wir uns glatt neue Reittiere kaufen“, antworte ich ein wenig erschrocken. „Glaubst du Bilgee rechnet wirklich damit sein volles Gehalt fürs Pferdehüten zu erhalten?“, fragt Tanja. „Nun, er ist soweit wir wissen kein geldgieriger Mensch aber drin ist alles. Es würde mich zumindest nicht überraschen“, kann ich mir vorstellen.

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