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Schneesturm

Mongolei/Sturm Camp — 12.09.2011 - 14.09.2011

Ab 4:00 Uhr morgens höre ich wieder Schnee auf unsere Zeltbahn. Es ist diesmal aber kein Rieseln sonder ein vom Sturm gepeitschtes Prasseln. Um zu sehen wie es unseren Pferden geht werfe ich einen Blick nach draußen. Es ist alles weiß. Innerhalb kurzer Zeit hat der Sturm mehrere Zentimeter Schnee herangeweht und uns den Winter gebracht. Bibbernd gehe ich nach draußen um die Tiere zu checken. Dann ziehe ich die Sturmverpannungen unseres Zeltes nach und schaufle den Schnee von der sich eindrückenden Zeltbahn.

Am Morgen hören wir draußen Geschäftigkeit. „Machen die bei dem Sauwetter Feuer?“, fragt Tanja. Ich weiß nicht“, antworte ich mich im Schlafsack wendend. Um 8:30 Uhr treibt mich der Hunger nach draußen. Ich bin überrascht was ich da sehe. Unsere Begleiter haben von irgendwoher eine zweimal zwei Meter große Bretterwand herangeschleppt und sind im Begriff sie als Windbarriere zu errichten. Ich helfe ihnen das Ding aufzustellen. Als Dach legt Bilgee eine weitere kleinere Bretterwand darüber und spannt seinen Poncho drüber. „Jetzt haben wir Schutz vor dem starken Wind“, lacht der Outdoorexperte Bilgee und entfacht unter dem Schutzdach ein wärmendes Feuer. Schnell kocht in einem Topf das Wasser welches wir in unsere Thermoskannen füllen. Während ich die Kannen zum Zelt trage und aus unserer Essensbox Besteck, Tassen und ein Fertiggericht hole, verspeisen unsere Männer leckere Teigtaschen die sie gestern zubereitet haben. „Die beiden können sich sehr gut selbst versorgen“, meine ich meine leckere Fertignahrung löffelnd.

Später kneten Bilgee und Ulzii Teig um die leckeren Teigklöse, die so ähnlich wie Hefeklöse schmecken, zuzubereiten. Trotz des Schneetreibens und der kalten Temperaturen ist die Moral in unserem Wintercamp ausgezeichnet. Bilgee, der Jäger, ist ein sonniges Gemüt, der sich zu jeder Wetterlage zu helfen weiß und bisher immer das Beste daraus macht. Auch wenn er gestern ohne Jagdbeute ins Camp kam und heute wegen dem Schneetreiben nicht seiner Leidenschaft nachgehen
kann versprüht er Zuversicht und gute Laune. Auch Ulzii ist seit dem Gespräch mit Tanja wieder gut drauf. So verbringen wir in unserem 1.400 Meter hochgelegenen Lager, umrahmt von Schnee bezuckerten Bergen, eine harmonische Zeit. Bilgee, der nicht nur ein Überlebensspezialist ist sondern auch noch ein guter Koch, versorgt uns mit heißem Wasser und selbst gekochten gut schmeckenden Kreationen. Dieser Mann ist einfach unglaublich. Mittlerweile wissen wir welch ein großer Segen es war das Tsagaan, der uns um sein Gehalt betrogen hat und davon gelaufen ist bevor die Expedition überhaupt begann. Ohne seinen Betrug hätten wir Bilgee nie mitgenommen. Da zeigt sich wieder einmal dass vermeintlich negative Geschehnisse etwas sehr Positives beinhalten können und es wenig Sinn ergibt sich darüber zu beklagen.

Die Live-Berichterstattung wird unterstützt durch die Firmen:
MAGE SOLAR
Gesat GmbH

Satellitentelefon Explorer 300 und das Durabook der Fa. Gesat sind die Stützsäulen der Übertragung aus der Steppe.