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Betrug und das Husarenstück

Mongolei/Erdenet — 17.08.2011

Schon vor dem Frühstück kommen Ulaanaa und sein Freund. Sie bringen die schönen hellbraunen Pferde, die Stute und den Dunkelbraunen, die wir vor drei und zwei Tagen gekauft haben. Tanja ist gerade bei der Bank um noch mehr Geld abzuheben. Kein Wunder bei den ständigen Forderungen und Ausgaben. Ich bin froh, denn die Nomaden haben sich endlich mal an unsere Vereinbarung gehalten und die Pferde pünktlich gebracht. „Ich verkaufe mein Pferd nur für 500.000 Tugrik“, (286,- € Tugrik) meint Ulaanaas Freund bevor sich das Bewusstsein der Freude in mir breit machen kann. „Was? Warum das denn? Wir haben doch 450.000 pro Pferd ausgemacht und das Geschäft mit Handschlag besiegelt. Zählt das denn bei euch gar nichts? Habt ihr denn kein Ehrgefühl?“, lasse ich Taagii meinen Wortschwall übersetzen. „Wir sind die Nachfahren von Dschingis Khan“, lacht der unverschämte Mann mich an. „Nun, dann kann der Nachfahre von Dschingis Khan sein Pferd wieder mit nach Hause nehmen“, meine ich und bin mir meiner Aussage selten so sicher gewesen. „Ist schon gut. Ich verkaufe dir das Pferd zum vereinbarten Preis“, lenkt er sofort ein und die trübe Wolke der schlechten Stimmung verfliegt so schnell als wäre sie nie da gewesen. Mittlerweile ist auch Tanja wieder da und sieht sich die Pferde an. „Sind schöne Tiere“, bestätigt sie meinen Kauf. „Ich habe leider keine Zeit. Ich muss aufs Land“, drängt der Hirte der mich gerade übervorteilen wollte. „Und das in der Mongolei?“, sage ich. „Hier gibt es doch kein Zeitproblem“, meine ich noch und alle lachen. Weil er es anscheinend wirklich eilig hat zähle ich ihm seine 450.000 Tugrik in die Hände als auch die Fuhrleute mit ihren zwei Zugpferden auftauchen. Kaum hat der unter Zeitdruck Stehende sein Geld in der Tasche, möchte er verschwinden. „Halt! Wir machen noch ein Foto von dir und Ulaanaa“, rufe ich. Wir stellen uns vor Naraas Blockhäuschen, schießen das Foto und dann ist er auch schon verschwunden. Dann zahlen wir die Fuhrleute aus. „Hier sind die Hufeisen die ihr wolltet“, meint die kleine Frau. Auch hier werden wir erneut enttäuscht denn sie sollten im Preis inbegriffen sein. „Taagii? Du warst doch dabei. Waren die Hufeisen inklusive oder nicht“, frage ich durch das ständige Hin und Her verunsichert. „Sie waren inklusive. Das weiß ich genau.“ „Nun, jetzt möchte die Frau 24.000 Tugrik (14,- €) dafür“, schnaufe ich entnervt. „Du musst sie nicht nehmen. Wir können sie selbst gut gebrauchen“, sagt die Pferdefrau. Auch hier ist streiten völlig sinnlos. Die Fuhrleute sind zu viert. Jeder von ihnen behauptet, dass die Hufeisen extra zu berechnen sind. Wir zahlen also einen Satz Hufeisen extra und geben ihr den anderen wieder mit.

Als einer der Fuhrleute davon Wind bekommt, dass wir einen Begleiter suchen, bietet er sich an. „Was willst du für deine Dienste?“, höre ich mich selbst fragen und bin diese ganze Sache um Geld und Übervorteilung leid. „500.000 Tugrik (286,- €) im Monat!“, ruft er, worauf Tanja und ich lauthals lachen. „Ich verdiene mit meinen Pferden im Monat 500.000 Tugrik“, rechtfertig er seine Forderung. „Na dann ist es besser du bleibst bei deinem Fuhrgeschäft“, schlage ich vor. „Ich kenne die Gegend um Khövsgöl. Ich komme daher. Würde gerne mal wieder Nachhause. Bin ein guter Mann und kenne mich mit den Zugpferden aus. Ich mache es auch für 350.000 Tugrik. (200,- €) Überlegt es euch“, bietet er jetzt an. Da wir heute Abend Bilgee treffen sagen wir erstmal ab. „Vielleicht rufen wir dich an“, meine ich als der Mann mir die Hand schüttelt, um sich zu verabschieden.

Kaum haben alle Pferdebesitzer Naraas Garten verlassen macht mich Taagii auf eines der beiden hellbraunen Pferde aufmerksam. „Ich glaube der Nomade, der so schnell verschwunden ist, hat uns ein falsches Pferd untergejubelt.“ „Mach mich nicht schwach. Das kann doch nicht sein. Es sieht genauso aus wie das welches wir auf der Weide geritten sind“, sage ich und würde am liebsten weinen vor Ärger, Enttäuschung und Wut. Naraa, die ebenfalls im Garten ist, schüttelt entrüstet den Kopf. Ich gehe mit Tanja und Taagii zu dem bewussten Pferd, um es noch genauer zu untersuchen. Tatsächlich hat es Druckstellen die es vorher nicht gab. „Es sieht müde aus“, meine ich. „Ulaanaa, der Nomade, hat mir von dem Betrug seines Freundes erzählt. Dieser hat euch einen alten Gaul gebracht welcher für die Expedition nicht gut geeignet ist“, erklärt Taagii. „Und warum hat Ulaanaa es uns nicht vor der Geldübergabe gesagt?“ „Das konnte er nicht. Er hat Angst vor seinem Freund. Es ist ein starker Mann.“ „Ich weiß nicht ob ich das glauben soll. Diese Menschen sind geradezu unglaublich erfinderisch wenn es darum geht einen gutgläubigen Ausländer Geld aus den Taschen zu ziehen oder zu betrügen. Hat das etwas mit der Mentalität der Mongolen zu tun? Oder warum betrügen diese Menschen bei nahezu jedem Geschäft?“ frage ich unseren Übersetzer der nicht recht weiß was er darauf antworten soll. „Ulaanaa wollte uns doch noch Eisenpflöcke für die Pferde verkaufen?“ „Ja, er wird sie bald bringen“, antwortet Taagii. „Gut, ruf ihn bitte an und sage ihm sein Freund, der Betrüger, soll das richtige Pferd bringen“, weise ich Taagii an obwohl mir Bewusst ist wie lächerlich meine Forderung ist.

Bereits eine Stunde später taucht Ulaanaa tatsächlich auf und entschuldigt sich für den Betrug seines Gefährten. „Hier sind die Eisenpflöcke“, sagt er dann und reicht mir die Stäbe mit denen wir auf der Reise unsere Pferde nachts anpflocken können. Ich gebe ihm die vereinbarten 20.000 Tugrik (13,- €) und siehe da, er fordert nichts nach. „Warum holt ihr euer Pferd nicht einfach zurück?“, meint Ulaanaa über beide Wangen frech grinsend. „Wie? Wir sollen dahingehen und unser Pferd zurückstehlen?“, frage ich verblüfft. „Nein, das ist nicht stehlen. Es ist euer Pferd. Also könnt ihr es euch holen“, antwortet der begnadete Reiter. „Wenn wir da auftauchen, um unser Pferd zu holen, wird er uns mit seiner Sippe kräftig verprügeln“, überlege ich. „Es sind nur die Frauen im Camp. Er selbst ist für zwei Tage aufs Land gegangen“, übersetzt Taagii, worauf ich fühle wie mein Adrenalinspiegel in die Höhe steigt. „Sollten wir es tatsächlich wagen?“, frage ich Tanja. „Wer weiß, vielleicht ist das hier so üblich. Ich könnte mir das schon vorstellen“, meint sie relativ gelassen. „Wäre ja ein echtes Husarenstück“, überlege ich. „Ich würde es tun“, unterbricht Taagii meine Gedanken. „Was würdest du tun?“ „Wenn du möchtest hole ich das Pferd für euch“, schlägt er vor und meine Achtung vor ihm steigt gewaltig. „Das würdest du wirklich tun?“ „Ja.“ „Und wer fängt den Hellbraunen wieder ein. Ich habe gesehen wie Ulaanaa ihn gefangen hat. War das reinste Meisterstück.“ „Das mache ich für euch“, bietet Ulaanaa überraschend seine Hilfe an. „Okay Taagii, du bekommst die alte Mähre, nimmst meinen Sattel und reitest mit Ulaanaa zu dem Jurtencamp. Ulaanaa wird es wieder einfangen. Dann lässt du den Gaul dort und bringst unser Tier hierher“, entscheide ich. Es dauert nicht lange und Ulaanaa und Taagii werden von einer Staubwolke verschluckt. Nur die Hufe der davon galoppierenden Pferde sind noch eine Weile zu hören.

20 Minuten später klingelt mein Handy. „Denis?“ „Ja.“ „Die Frau von dem Betrüger ist sehr ärgerlich. Sie möchte das Pferd nicht hergeben.“ „Ist mir klar. Warum erzählst du mir das?“ „Ich wollte wissen ob ich es trotzdem bringen soll? Schließlich ist es ja unser Pferd.“ „Bring es“, sage ich entschlossen. Fünf Minuten später klingelt es wieder. „Ja Taagii, was gibt es jetzt?“ „Ich habe gerade mit dem Besitzer des Pferdes telefoniert. Er ist sehr, sehr ärgerlich. Er will sein Pferd unter keinen Umständen hergeben. Nur wenn du 500.000 Tugrik (285,- €) bezahlst.“ „Sag ihm es ist nicht sein Pferd sondern unseres. Er kann es nicht zweimal verkaufen. Wir haben es mit ihm die Kaufsumme so vereinbart. Wenn er Schwierigkeiten macht gehe ich zur Polizei. Wir haben die Geldübergabe und das gute Pferd fotografiert und wir haben Zeugen.“ „Okay werde ich ihm alles erzählen. Und wenn er es dennoch nicht hergeben möchte?“ „Dann bring es trotzdem mit.“ „Ist eine gute Entscheidung Denis. Ich bringe es auf jeden Fall“, antwortet Taagii und beendet das Gespräch.

Eine Stunde später tauch Taagii mit dem schönen Pferd in Naaraas Garten auf. Alle Versammelten feiern diesen jungen Mann wie einen Helden. Wir klatschen als hätte er das Tennismatch von Wimbledon gewonnen. „Und, was hat er gesagt als du ihm die Geschichte von der Polizei erzählt hast?“ „Das war ihm egal. Er möchte trotzdem 500.000 Tugrik.“ „Nun gut. Dann ruf ihn gleich noch mal an. Wenn er uns morgen unser Geld zurückbringt kann er sein Pferd wiederhaben“, beschließe ich. „Kurz darauf erfahren wir, dass der Betrüger tatsächlich morgen kommen möchte um sein Pferd zu holen. „Vielleicht kommt er gar nicht“, meint Taagii.

Nach einem kräftigen Mittagessen gehen wir erneut zum Markt um noch fehlende Pferdeausrüstung zu besorgen. Vor allem brauchen wir Schlösser und Ketten für Naraas Garten. Er ist bis jetzt nicht abschließbar und da wir nun sechs Pferde, einen Hund und einen Pferdewagen haben müssen wir unseren Besitz sichern. Unsere Begleiter sind sich über das Diebstahlrisiko einig. Es ist also unumgänglich die schäbige Eingangstür und das angefressene Tor zum Garten zu verriegeln. Auf dem Markt haben wir uns mit Bilgee verabredet. Tatsächlich taucht er im Pferdeladen auf und hilft uns mit Rat und Tat die noch fehlende Ausrüstung zusammenzustellen. Bevor er sich wieder verabschiedet vereinbaren wir einen Gesprächstermin für heute Abend um 21:00 Uhr.

Kampf mit Folgen

Wieder zurück in Naraas Camp begebe ich mich auf das unschöne Plumpsklo. Obwohl wir jetzt hier schon einige Zeit sind habe ich mich noch nicht daran gewöhnt. Aber wir befinden uns am Tor zur Wildnis. Also sind Plumpsklos eine unangenehme aber nur kleine Vorstufe davon. „Deeennniiis!!!“, brüllt Tanja plötzlich auf. Ich vergesse was ich soeben gemacht habe und rase aus dem Stinkhäuschen. Der Hausherr hat erneut unseren Vierbeiner angegriffen und ihn gebissen. Wieder entsteht ein Kampf wie ich es nur aus dem Fernsehen kenne. Die Tiere verbeißen sich derart ineinander, dass auf Tanjas und meine Hose sofort Blut spritz. Wir versuchen unseren Kämpfer wegzuziehen, allerdings ohne die geringste Chance. Abermals trete ich zu, um einen der beiden Kontrahenten zum Aufgeben zu bewegen. Ohne Chance. Es jault und bellt. Zähne fletschen. Speichel und Blut fließt. Mit aller Kraft, die in meinem Körper steckt, trete ich erneut zu. „Ahhhh!“, brülle ich vor Schmerz auf, denn bei diesem Schlag muss ich mit meinem Fuß einen der beiden Schädel getroffen haben. Der Schmerz fährt mir durch Mark und Bein. Jetzt ebenfalls extrem wütend befinden sich nicht nur zwei Hunde im Kampf, sondern zwei Hunde und ein Mensch. Adrenalin getrieben reiße ich derart an der Leine von Vierauge das beide Hunde, etwa 50 Kilogramm schwer, durch die Luft fliegen und sich überschlagen. Der starke Zug an der Leine veranlasst die beiden Kämpfer ihre Zähne aus dem Fell des Gegners zu reißen wobei ich mir einen Finger verstauche. Als hätten wir gerade an einem Boxkampf teilgenommen stehen Tanja und ich schwer atmend da. Mir rasselt die Lunge und schmerzen die Glieder. Der Schwarze, mit Narben versehene Kämpfer von Naraa, verkriecht sich angeschlagen und winselnd unter die Veranda und kommt die nächsten 12 Stunden nicht mehr zum Vorschein. Unser tibetischer Hütehund, der laut unseren Nachforschungen zu den robustesten Hunderassen der Welt zählt, scheint eher zu lächeln. Schwanzwedeln guckt er uns an und versteht irgendwie nicht warum wir so erregt sind. Wir untersuchen ihn auf Verletzungen können aber außer ein paar Schrammen keine größeren Bisswunden entdecken.

Bilgee als Begleiter

Wegen starken Schmerzen im Knöchel humple ich jetzt mit Taagii zum Tor, um es einbruchssicher zu präparieren. Um 21:00 Uhr erscheint Bilgee mit einem Verwandten der gut englisch spricht. Schnell kommt das Thema Geld auf den Tisch. „Unter 500.000 Tugrik kann ich nicht mitgehen“, meint der 51 Jährige erfahrene Nomade. „Sorry aber das können wir nicht bezahlen. Warum hast du bei unserem ersten Gespräch nicht schon deine Gehaltsvorstellung geäußert?“, frage ich. „Weil ich wusste dass ihr noch einen zweiten Mann im Spiel habt. Ich wollte erst mal sehen wie weit ihr mit ihm kommt.“ „Wir haben auch dieses Mal einen weiteren Mann im Spiel aber wir würden gerne mit dir gehen“, sage ich an den Fuhrmann denkend und daran somit verhandlungsstärker zu sein. Wir zahlen 250.000 Tugrik im Monat und können uns einen Bonus von 50.000 Tugrik vorstellen. Das heißt wenn du eine gute Arbeit leistest dann werden wir dir nach jedem Monat 50.000 Tugrik extra bezahlen. Außerdem, wenn alles nach Plan läuft, brauchen wir nächstes Jahr nach unserer Überwinterung wieder einen Begleiter für eventuell vier Monate. Das heißt, du hast jetzt nicht nur eine bezahlte Tätigkeit mit geregelten Einkommen für dieses Jahr, sondern für insgesamt sechs Monate“, erkläre ich, worauf er über die Worte nachdenkt. „Das klingt für mich in Ordnung. Ich möchte das Geld aber im Voraus“, fordert er. „Tut mir leid. Im Voraus zahlen wir gar nichts. Es hat nichts mit dir zu tun aber wir haben schlechte Erfahrungen gemacht. Die letzte Vorauszahlung ist einfach abgehauen“, antworte ich, worauf er lacht. „Gut, dann zahlt ihr mich nach dem Trip. Ich bin dabei. Wir sollten aber eine Ziege kaufen. Ich werde sie so präparieren, um aus ihr Trockenfleisch für die Reise zu machen“, schlägt er vor. „Kein Problem. Die Details können wir morgen noch besprechen. Du bist also dabei?“ „Ja.“ „Ganz sicher?“ „Auf jeden Fall.“ „Gut dann sind wir ein Team“, sage ich und schüttle seine Hand. Auch wenn das in der Vergangenheit oft nicht viel bedeutete möchte ich nicht aufgeben das Gute im Menschen zu sehen. Vielleicht ist Bilgee der Mann der uns nicht enttäuscht und vielleicht ist er es der die Ehre der Mongolen rettet die uns übervorteilt haben. Aus Fairnessgründen beschließen wir noch am gleichen Abend auch Ulziis Gehalt auf 300.000 Tugrik anzuheben. Er hat sich bisher als standhaft und loyal gezeigt. Wir zahlen ihm gleich für die erste Woche 75.000 Tugrik. Er ist zufrieden.

Dann verteilen wir die Trillerpfeifen die wir in einem Spielzeuggeschäft gekauft haben. Sie sollen dazu dienen in einem eventuellen Notfall alle Teammitglieder auf die Situation aufmerksam zu machen. In diesem Zusammenhang sprechen wir die Nachtwachen an. „Jeder von uns muss eine Nachtwache von zwei Stunden halten, um die Pferde vor Diebstahl zu schützen. Das heißt zum Beispiel: Tanja wacht von 10:00 Uhr bis 12:00. Ich von 12:00 bis 2:00 Uhr. Bilgee von 2:00 Uhr bis 4:00 Uhr und Ulzii von 4:00 bis 6:00 Uhr. Das ganze natürlich rotierend. Die Pfeifen sind auch dafür falls etwas mit den Pferden ist. Somit kann derjenige der Wacht die anderen wecken“, erklären wir. Bilgee ist damit einverstanden. „Ach ja, das müssen wir von Beginn an klären. Derjenige der ein Tier während seiner Schicht verliert bekommt kein Gehalt“, fügt Tanja hinzu. Auch bei diesem Punkt gibt es keine Argumentation. „Was meinst du? Sollten wir heute schon mit der Nachtwache beginnen?“, frage ich Bilgee. „Auf jeden Fall. Es ist Vollmond. Ideales Licht um Pferde zu stehlen“, bestätigt unser neuer Mann.

Dann schnappe ich mir einen Stuhl, eine Stirnlampe, meinen Laptop und setze mich auf die kleine Holzterrasse, um zu schreiben. Auf diese Weise halte ich meine erste Wache. Als ich so dasitze und schreibe, wird es allmählich frisch. Der Vollmond nimmt leicht ab. Keine Wolke am Himmel. Die Lichter der Stadt schimmern unter mir. Hunde kläffen überall. Die Pferde grasen vor mir und schnauben ab und an. Unser junger Wachhund ist Gott sei Dank ruhig. Er liegt unter dem Pferdewagen und hat es im Augenblick aufgegeben unaufhörlich die Pferde anzubellen. Naraas Hund liegt noch immer unter der Terrasse. Ab und an vernehme ich ein leises Wimmern. Mitleid regt sich in mir. „Hoffentlich hat er sich nicht zu sehr verletzt“, denke ich. Mir schmerzen der Fuß und meine Hand. So wie es aussieht haben wir bei dem schlimmen Kampf alle drei was abbekommen.

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